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Als Berliner Softwareentwickler plötzlich im Isaan: Mein Start in Udon Thani

Als Berliner Softwareentwickler plötzlich im Isaan: Mein Start in Udon Thani

Mein erster Morgen in Udon Thani begann mit einem Geräusch, das ich nicht einordnen konnte. Kein Verkehr, kein Tramklingeln, sondern ein Hahn, ein paar Hunde und irgendwo eine Lautsprecherdurchsage vom Tempel. Ich lag unter dem Ventilator, schwitzte schon um sieben, und dachte: So, jetzt ist es echt.

In Berlin hatte ich jahrelang in Open-Space-Büros gesessen, mit Kaffee aus dem Vollautomaten und einem Kalender, der sich selbst füllte. Dann ein paar Jahre Thailand im Kopf, Dao an meiner Seite, und irgendwann der Punkt, an dem aus Reden ein Flug wurde. 2018 sind wir gelandet, nicht in Bangkok, nicht auf einer Insel, sondern im Nordosten, im Isaan, in Daos Heimat.

Die ersten Tage waren kein Abenteuer, sondern Organisation

Filme machen aus so einem Start gern Sonnenuntergänge. Bei mir waren es SIM-Karten, ein Bankkonto, das nicht klappte, und die Suche nach einem Laden, der einen ordentlichen Mehrfachstecker hat, weil mein Laptop-Netzteil sonst nirgends passte. Ich habe in der ersten Woche mehr Formulare gesehen als Tempel.

Was mich am meisten überrascht hat: wie ruhig Udon ist. Kein Touristenstrom, keine Bar-Straße, die nie schläft. Eine Stadt, die einfach ihren Alltag macht, mit einem großen Park am See, an dem morgens die halbe Stadt joggt, und Märkten, die abends aus dem Nichts aufpoppen.

Arbeiten ging, der Rest war Lernen

Mein Job lief weiter, Code bleibt Code, egal ob in Kreuzberg oder im Isaan. Das war der einfache Teil. Der schwere Teil war alles drumherum. Ich konnte kein Thai, ich kannte die ungeschriebenen Regeln nicht, und ich merkte schnell, dass mein deutsches Tempo hier niemanden beeindruckt. Wer hier hektisch wird, steht am Ende nur verschwitzt und allein da.

Dao hat mich durch diese Wochen getragen, ohne dass es nach Hilfe aussah. Sie hat übersetzt, vermittelt, mich an der richtigen Stelle gebremst. Ohne sie wäre mein Start ein Desaster geworden, das gebe ich offen zu.

Heute, viele Jahre später, weiß ich: Dieser holprige Anfang war kein Pech, sondern normal. Jeder, der herzieht, unterschätzt die kleinen Dinge und überschätzt die großen. Der Flug ist nicht der Schritt. Der Schritt sind die ersten hundert Tage, in denen du aus einem Gast langsam jemand wirst, der dazugehört. Bei mir hat das in Udon Thani angefangen, mit einem Hahn um sieben und einem Netzteil, das nicht passte.

Prüf deine eigene Situation. Der Planner gibt dir eine erste Einschätzung zu Visum, Budget und nächsten Schritten.

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