Wenn ich an unseren Umzug 2018 zurückdenke, war nicht das Packen das Anstrengende. Nicht der Flug, nicht der Abschied, nicht das Ankommen in der Hitze. Das Anstrengendste war der Papierkram, und das hatte ich völlig unterschätzt.
Ein Berg, der nicht kleiner wurde
Visum, Anmeldungen, Übersetzungen, Beglaubigungen, Bankkonto, Versicherung. Jeder einzelne Punkt klang harmlos. Zusammen ergaben sie einen Berg, der nicht kleiner zu werden schien. Kaum war eine Sache erledigt, tauchte die nächste auf, oft mit einer neuen Anforderung, von der vorher niemand gesprochen hatte.
Was es so zermürbend machte, war die Unsicherheit. In Deutschland weiß man bei einem Amt halbwegs, was einen erwartet. Hier war oft unklar, welches Dokument heute gebraucht wird, welche Reihenfolge stimmt, welcher Sachbearbeiter es wie auslegt. Man läuft, wartet, kommt wieder, und nie weiß man sicher, ob es diesmal klappt.
Warum es so an die Substanz ging
Der Umzug selbst hat ein Ende. Irgendwann sind die Kisten ausgepackt. Der Papierkram dagegen zog sich über Wochen und Monate, parallel zu allem anderen, parallel zum Ankommen, zur Hitze, zur fremden Sprache. Genau diese Gleichzeitigkeit hat Kraft gekostet. Man hat nie das Gefühl, fertig zu sein.
Ohne Dao wäre ich daran fast zerbrochen. Sie hat telefoniert, übersetzt, vermittelt, mich beruhigt, wenn ich am Verzweifeln war. Vieles, was für mich eine unüberwindbare Mauer war, hat sie mit ein paar Sätzen auf Thai geöffnet.
Heute ist der Papierkram Routine. Die Visumsverlängerung, die 90-Tage-Meldung, das alles macht mir keine Angst mehr. Aber ich habe großen Respekt vor jedem, der frisch herzieht und sich da durchkämpft. Mein Rat: Unterschätze den Papierkram nicht und plane mehr Zeit und Nerven dafür ein, als du denkst. Der Umzug ist das Sichtbare. Der Papierkram ist die eigentliche Prüfung, und sie ist zäher, als jeder Umzugskarton es je sein könnte.

von Michael