Jeden Monat Geld von Deutschland nach Thailand schicken, das klingt trivial, ist aber ein Thema, bei dem du mit dem richtigen Ansatz über das Jahr gesehen spürbar mehr in der Tasche hast. Und dann gibt es noch die Fälle, wo der Transfer nicht nur praktisch sein muss, sondern auch rechtlich nachweisbar, zum Beispiel beim Immobilienkauf oder für bestimmte Visa. Hier ist, was du wissen musst.
Die zwei Wege: SWIFT und Wise
Der klassische Weg ist eine SWIFT-Überweisung von deiner deutschen Bank direkt auf dein Thai-Konto. Das funktioniert zuverlässig, ist überall bekannt und erzeugt einen klar nachvollziehbaren Nachweis. Der Nachteil: Es ist teuer. Deine deutsche Bank nimmt Gebühren für die Auslandsüberweisung, die Thai-Bank nimmt Empfangsgebühren, und der Wechselkurs, zu dem die Banken EUR in THB tauschen, ist meistens deutlich schlechter als der Marktmittelkurs. Je nach Betrag und Bank kann das zusammen mehrere Prozent des überwiesenen Betrags ausmachen.
Der modernere Weg ist Wise (früher TransferWise). Wise nutzt den echten Wechselkurs ohne versteckte Marge und berechnet eine transparente Gebühr, die oft deutlich niedriger ist als bei klassischen Banken. Du überweist Euro von deinem deutschen Konto zu Wise, Wise konvertiert zum Marktmittelkurs und schickt THB auf dein Thai-Konto. Das Geld kommt in der Regel innerhalb weniger Stunden oder eines Werktages an.
Was ist der FET-Nachweis und warum ist er wichtig?
Beim Kauf einer Eigentumswohnung (Condo) in Thailand gibt es eine entscheidende Anforderung: Der Kaufbetrag muss nachweislich aus dem Ausland überwiesen worden sein. Das Dokument, das das beweist, heißt Foreign Exchange Transaction Form, kurz FET, früher auch als Tor Tor 3 bekannt.
Die Thai-Bank stellt dir dieses Formular aus, wenn du eine Auslandsüberweisung empfängst, die für einen bestimmten Zweck (Immobilienkauf) gekennzeichnet ist. Ohne diesen FET-Nachweis kann das Grundbuchamt das Eigentum nicht auf deinen Namen eintragen. Das ist eine harte Anforderung, keine Empfehlung.
Wise-Transfers können einen FET auslösen, wenn du das korrekt anmeldest, aber in der Praxis ist eine klassische SWIFT-Überweisung für Immobilienkäufe oft einfacher nachvollziehbar und besser dokumentiert. Beim Immobilienkauf lohnt es sich, das vorab mit dem Entwickler oder Anwalt abzuklären, damit alles korrekt dokumentiert ist.
Der Wechselkurs EUR/THB: was du wissen musst
Der EUR/THB-Kurs schwankt, manchmal erheblich. In den letzten Jahren lag er grob zwischen 36 und 42 THB pro Euro, aber das ist keine Prognose und kann sich ändern. Wenn du jeden Monat einen festen Betrag überweist, gleichen sich kurzfristige Schwankungen über das Jahr meistens aus. Wenn du aber eine große Summe auf einmal transferierst, zum Beispiel für einen Immobilienkauf oder die 800.000 THB für das Retirement Visa, kann der Zeitpunkt einen spürbaren Unterschied machen.
Wir empfehlen, keinen Wechselkursspekulationen nachzujagen, aber auch nicht blind zum schlechtesten Zeitpunkt zu überweisen. Ein Puffer von fünf bis zehn Prozent bei der Planung schützt dich vor bösen Überraschungen.
Steuerliche Dimension: Wann wird der Transfer steuerpflichtig?
Hier kommt ein Punkt ins Spiel, den viele erst nach dem Umzug kennenlernen. Seit dem 1. Januar 2024 gilt in Thailand: Ausländisches Einkommen, das ein Steuerresident (180 Tage oder mehr im Jahr in Thailand) nach Thailand überweist, ist grundsätzlich in Thailand steuerpflichtig, progressiv von 5 bis 35 Prozent. Das gilt unabhängig davon, in welchem Jahr das Einkommen verdient wurde, mit einer Ausnahme: Einkommen, das vor dem 1. Januar 2024 verdient wurde, bleibt steuerfrei.
Was das für deine monatlichen Überweisungen bedeutet, hängt davon ab, was du überweist. Überweist du deine laufende Rente oder deine Kapitalerträge, greift die neue Regelung. Überweist du Ersparnisse aus der Zeit vor 2024, nicht. Und ob das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Thailand dafür sorgt, dass du keine Thai-Steuern zahlst, hängt von der Art des Einkommens ab.
Kurzum: Lass das von einem Steuerberater mit Thailand-Erfahrung einmalig durchrechnen. Einmalige Beratung, dauerhafter Nutzen.
Du willst wissen, wie viel du monatlich überweisen musst und welche steuerlichen Punkte für dich relevant sind?
Der Planner sortiert Visum, Budget, Fristen und Behörden für genau deinen Fall, Schritt für Schritt.
Praktische Tipps aus unserem Alltag
- Wise für laufende monatliche Überweisungen: günstig, schnell, transparent.
- SWIFT für große Einzelbeträge oder wenn ein FET-Nachweis benötigt wird: teurer, aber eindeutig dokumentiert.
- Immer den Überweisungszweck korrekt angeben: Bei Immobilienkäufen muss der Zweck stimmen, damit der FET ausgestellt werden kann.
- Einen Puffer beim Wechselkurs einplanen, besonders bei großen Beträgen.
- Steuerliche Behandlung vor dem Umzug klären, nicht erst, wenn die erste Thai-Steuererklärung fällig wird.
Was ist mit Bargeld?
Bargeld aus Deutschland nach Thailand mitzunehmen ist grundsätzlich möglich. Bei der Einreise nach Thailand und bei der Ausreise aus Deutschland müssen Beträge über 10.000 Euro deklariert werden. Für größere Summen ist die Überweisung aber sinnvoller: sicherer, besser dokumentiert, und du sparst dir das Deklarationsverfahren und das Risiko, mit Bargeld zu reisen. Für den Alltag vor Ort ist ein bisschen Bargeld in THB natürlich praktisch, gerade für Streetfood, lokale Märkte und kleinere Zahlungen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist sorgfältig recherchierte Orientierung, keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung. Visa-, Steuer- und Einreiseregeln ändern sich in Thailand laufend. Maßgeblich sind immer die offiziellen Vorgaben der zuständigen Behörden. Bei rechtlichen oder steuerlichen Fragen hol dir bitte fachkundige Beratung.
Wer beim Auswandern nach Thailand ein Einkommen mitbringt, sollte es steuerlich und rechtlich sauber aufstellen. Lies dazu auch, wie du ein thailändisches Bankkonto eröffnest und was das Leben in Thailand wirklich kostet.
