Du hast ein Gewerbe in Deutschland, eine GmbH oder ein freiberufliches Einkommen und willst nach Thailand auswandern. Jetzt stellt sich die Frage: Wie stellst du das sauber auf, damit du weder in Deutschland noch in Thailand Probleme bekommst? Das ist eine Frage, die viele auf die lange Bank schieben und damit Fehler machen, die sich später rächen. Lass uns durchgehen, was du wissen musst.
Der Ausgangspunkt: Was ändert sich durch den Umzug?
Wenn du Deutschland verlässt und dauerhaft in Thailand lebst, ändert sich deine steuerliche Situation in beiden Ländern. Deutschland gibt dich steuerlich nicht einfach frei, nur weil du ausgereist bist. Und Thailand interessiert sich für dein Welteinkommen, sobald du 180 oder mehr Tage im Kalenderjahr dort lebst.
Ob du dich in Deutschland abmelden musst, ob du dein Gewerbe oder deine GmbH aufgibst, einfrierst oder weiterführst, und wie du dein Einkommen in Zukunft nach Thailand bringst, das sind Fragen, die voneinander abhängen. Und da Thailand und Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen haben, ist die Antwort je nach Einkommensart eine andere. Selbstständige Einkünfte, GmbH-Ausschüttungen, Geschäftsführergehalt: Jede Kategorie hat ihre eigene Behandlung im Abkommen. Das gehört in die Hand eines Steuerberaters, der Auslandssteuerrecht beherrscht, nicht eines Allroundberaters.
Gewerbe in Deutschland: Aufgeben, einfrieren oder weiterführen?
Ein deutsches Einzelgewerbe kannst du grundsätzlich weiterführen, auch wenn du nicht mehr in Deutschland wohnst. Das hängt aber davon ab, welche Art von Gewerbe du betreibst und ob du in Deutschland noch eine Betriebsstätte hast. Ohne Betriebsstätte und ohne deutschen Wohnsitz kann das Finanzamt das Gewerbe ohnehin dem Ausland zuordnen.
Wichtig: Wenn du dich in Deutschland abmeldest und kein Einkommen mehr nach Deutschland fließt, bist du dort grundsätzlich nicht mehr steuerpflichtig. Aber das Wort "grundsätzlich" trägt hier viel Gewicht. Es gibt Ausnahmen, zum Beispiel wenn du noch Mieteinnahmen aus Deutschland hast, Anteile an deutschen Kapitalgesellschaften besitzt oder in bestimmten Berufen tätig bist.
GmbH in Deutschland: Was passiert damit?
Eine deutsche GmbH bleibt eine deutsche GmbH, auch wenn du als Gesellschafter oder Geschäftsführer ins Ausland ziehst. Sie ist in Deutschland körperschaftsteuerpflichtig und zahlt dort Steuern auf ihre Gewinne. Wenn du als Geschäftsführer ein Gehalt beziehst, unterliegt das den Regelungen des Doppelbesteuerungsabkommens. Wenn du Gewinnausschüttungen erhältst, greift ebenfalls das Abkommen.
Ein häufiger Fehler: Deutsche GmbH-Gesellschafter denken, dass sie durch den Wegzug nach Thailand ihre deutschen Steuerpflichten hinter sich lassen. Das stimmt nicht vollständig. Die Wegzugsbesteuerung (Paragraf 6 AStG) kann bei GmbH-Anteilen relevant werden, wenn du Deutschland verlässt. Das ist ein komplexes Thema, das du zwingend vorab mit einem Steuerberater klären musst.
Work Permit: Wann brauchst du einen?
Einen Work Permit brauchst du in Thailand, wenn du auf thailändischem Boden für einen thailändischen Arbeitgeber arbeitest oder wenn du ein lokales Gewerbe betreibst. Für die meisten Remote-Worker, die für ausländische Firmen oder ihr eigenes ausländisches Unternehmen arbeiten, ist das DTV oder das LTR-Visum der richtige Weg.
Das DTV erlaubt die Remote-Arbeit für ausländische Arbeitgeber. Das LTR-Visum in der Kategorie "Work-from-Thailand Professional" ist für Professionals mit einem Einkommen ab 80.000 USD pro Jahr gedacht und bietet die sauberste langfristige Lösung inklusive Steuerbefreiung auf das Auslandseinkommen. Wer dagegen tatsächlich lokal in Thailand tätig werden will, für einen Thai-Arbeitgeber oder ein eigenes Thai-Unternehmen, braucht einen Work Permit. Und der ist an ein Visum gebunden, meistens ein Non-Immigrant-B-Visum.
Die Steuerseite in Thailand seit 2024
Seit dem 1. Januar 2024 gilt: Wer als Steuerresident (180 oder mehr Tage im Jahr in Thailand) ausländisches Einkommen nach Thailand überweist, muss das dort grundsätzlich versteuern, progressiv zwischen 5 und 35 Prozent. Das gilt unabhängig davon, in welchem Jahr das Einkommen verdient wurde, mit einer Ausnahme: Einkommen, das vor dem 1. Januar 2024 verdient wurde, ist weiterhin steuerfrei.
Es kursiert ein Vorschlag, Überweisungen im selben oder direkt folgenden Jahr steuerfrei zu stellen. Dieser Vorschlag war aber Anfang 2026 noch nicht verabschiedet. Verlass dich also nicht darauf. Die Steuerpflicht betrifft sowohl Gehalt als auch Unternehmensgewinne, die du dir ausschüttest und nach Thailand bringst.
Was "sauber aufstellen" wirklich bedeutet
Konkret heißt sauber aufstellen: Vor dem Umzug einen Steuerberater mit Auslandsexpertise beauftragen (nicht erst danach). Die Entscheidung über Gewerbe und GmbH bewusst treffen, nicht per Zufall. Ein passendes Visum für deinen Status wählen, nicht einfach mit dem Touristenvisum im Land bleiben. Und die Steuerpflicht in Thailand ernst nehmen und eine Thai Tax ID beantragen, wenn du dauerhaft dort lebst.
Wer das ordentlich macht, hat langfristig keine bösen Überraschungen. Wer es auf die leichte Schulter nimmt, riskiert Nachzahlungen, Bußgelder oder im schlimmsten Fall Probleme mit dem Visum und der Aufenthaltsgenehmigung.
Du willst wissen, wie du dein Einkommen als Selbstständiger oder GmbH-Inhaber in Thailand sauber aufstellst?
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Das Wichtigste in Kürze
- Deutschland lässt dich steuerlich nicht einfach los: Wegzugsbesteuerung und verbleibende Einkünfte können weiter relevant sein
- Thailand besteuert Auslandseinkommen, das du als Steuerresident überweist, seit dem 1.1.2024
- Das DTV und das LTR-Visum bieten legale Rahmen für Remote-Worker
- Einen Work Permit brauchst du nur für lokale Tätigkeit in Thailand
- Lass dich vor dem Umzug von einem spezialisierten Steuerberater beraten, nicht nach dem ersten Problemfall
Hinweis: Dieser Beitrag ist sorgfältig recherchierte Orientierung, keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung. Visa-, Steuer- und Einreiseregeln ändern sich in Thailand laufend. Maßgeblich sind immer die offiziellen Vorgaben der zuständigen Behörden. Bei rechtlichen oder steuerlichen Fragen hol dir bitte fachkundige Beratung.
Wer beim Auswandern nach Thailand ein Einkommen mitbringt, sollte es steuerlich und rechtlich sauber aufstellen. Lies dazu auch, wie du remote aus Thailand legal arbeitest und wann du in Thailand steuerlich ansässig wirst.
