Beim Auswandern gibt es eine Sorte Kosten, über die niemand gern spricht: die Dinge, die man doppelt bezahlt, weil man es beim ersten Mal falsch macht. Dao und ich haben da einiges an Lehrgeld gelassen, und ich erzähle es offen, weil es anderen Geld sparen kann.
Lehrgeld bei den Behörden
Der Klassiker war der Papierkram. Wir haben Dokumente besorgt, übersetzen und beglaubigen lassen, nur um vor Ort zu erfahren, dass etwas fehlte oder anders sein musste. Also nochmal, neue Übersetzung, neue Beglaubigung, neue Wege, neue Gebühren. Beim zweiten Mal wussten wir, wie es geht. Aber das erste Mal hatten wir umsonst bezahlt.
Wer das vermeiden will, klärt vorher genau ab, was wirklich gebraucht wird, idealerweise von jemandem, der den aktuellen Stand kennt. Regeln ändern sich, und was im Forum von vor zwei Jahren stand, kann heute falsch sein.
Doppelt bezahlt beim Einrichten
Auch beim Einrichten haben wir Geld verbrannt. Wir haben billig gekauft, weil es schnell gehen sollte, und ein paar Monate später vieles ersetzt, weil es der Hitze und Feuchtigkeit nicht standhielt. Möbel, Geräte, Kleinkram. Hätten wir am Anfang etwas mehr ausgegeben oder uns beraten lassen, hätten wir am Ende gespart.
Dasselbe galt für das Mofa, für die ersten Verträge, für die Wahl der Versicherung. Überall, wo wir uns nicht auskannten und trotzdem schnell entschieden, haben wir zu viel oder das Falsche bezahlt.
Die teuerste Abkürzung ist die schnelle Entscheidung
Die wichtigste Lektion daraus: In einem fremden Land ist die schnelle Entscheidung oft die teuerste. Wer aus Ungeduld einfach loslegt, zahlt doppelt, einmal für den Fehler, einmal für die Korrektur. Wer sich Zeit nimmt, fragt, vergleicht, spart am Ende mehr, als die Geduld ihn kostet.
Heute machen wir das anders. Wir entscheiden langsamer, wir fragen mehr Leute, wir akzeptieren, dass gründlich oft günstiger ist als schnell. Das Lehrgeld der ersten Jahre war ärgerlich, aber lehrreich. Und wenn ich es weitergeben kann, war es vielleicht doch nicht ganz umsonst.

von Michael